Borussia Mönchengladbach und der Hamburger SV trennten sich zum Bundesliga-Auftakt 0:0 – es war die lang ersehnte Rückkehr der Hanseaten in die höchste Spielklasse nach sieben Jahren.
Im Borussia-Park erwischte der HSV den besseren Start, setzte mit energischem Pressing früh Akzente und erspielte sich mehrere Chancen.
Mit fortlaufender erster Halbzeit übernahm Gladbach zunehmend die Kontrolle, die beste Gelegenheit hatte jedoch Haris Tabaković, dessen Kopfball knapp am Tor vorbeistrich.
Auch nach der Pause blieb Hamburgs Defensive stabil; Daniel Heuer Fernandes parierte mehrfach stark und hielt die Fohlen auf Abstand.
Kurz vor Schluss wähnten die Gäste sich doch noch als Sieger: William Mikelbrencis traf nach einer Kopfballverlängerung – der Treffer zählte wegen Abseits jedoch nicht.
Mikelbrencis hatte den Kopfball von Yussuf Poulsen aus einer Abseitsposition berührt; durch dieses Eingreifen wurde das vermeintliche Siegtor aberkannt.
Bewährungsprobe im Oberhaus
Die Vorstellung der Hamburger war umso bemerkenswerter, als viele Beobachter ihre Bundesliga-Tauglichkeit in Frage gestellt hatten.
Trainer Merlin Polzin brachte in der Schlussphase Yussuf Poulsen und setzte so noch einmal offensive Impulse. Gleichzeitig hielt die von Heuer Fernandes angeführte Abwehr dicht und ließ Gladbach keine Lücke.
Zwar hatte Borussia mehr Ballbesitz, doch entstanden die meisten Gelegenheiten nach Standards – aus dem Spiel heraus fanden die Fohlen kaum ein Mittel gegen Hamburgs gut sortierte Abwehr.
Hamburg zeigt, dass sie in die Bundesliga gehören
Angesichts der Skepsis im Vorfeld dürfte der HSV mit dem Punkt deutlich zufriedener sein.
Das Team bewies Anpassungsfähigkeit und defensive Standfestigkeit – ein deutlicher Kontrast zur offensiv geprägten Rolle aus der 2. Liga. Der Zähler gibt Selbstvertrauen für das Stadtderby gegen St. Pauli am kommenden Freitag.
Bei Gladbach wurde hingegen das kreative Defizit im Angriff sichtbar. Kevin Stöger bemühte sich, Chancen aus dem Spiel zu kreieren, doch die gefährlichsten Szenen entsprangen Ecken.
Die schrittweise Eingliederung von Shuto Machino und die geplante Verpflichtung von Giovanni Reyna könnten die Offensive beleben. Setzt sich das aktuelle Muster jedoch fort, droht den Fohlen eine schwierige Saison.
